Frauentruppe aus Wendisch Evern mischt seit zehn Jahren das Dorfleben auf
Falsche Hoffnungen wecken die 19 Frauen in den schillernden Kostümen, die ziemlich unkoordiniert, dabei aber mit schallendem Gelächter vor dem Vereinsheim des Schützenvereins Wendisch Evern herumturnen. "Treten die Tigergirls auf?" - von jedem Gast dieselbe Frage, bei jedem ein enttäuschtes Gesicht, denn: "Heute ist nur Fototermin." Mit Kostümen aus einem Jahrzehnt Tigergirls.
Aus der Not heraus gründete sich 1998 die sympathische Frauentruppe vom Schützenverein Wendisch Evern. "Beim traditionellen Abschluss-Matjesessen des Schützenfestes war immer gähnende Leere. Das wollten wir ändern", erzählt Bärbel Klose. Der Name der Entertainerinnen stand schnell fest: Tigergirls - abgeleitet von der hölzernen Tigerente Emma, Maskottchen der aufgedrehten Schützenfrauen.
Einen erotischen Can-Can-Tanz wollten die Tigergirls bei ihrem ersten Auftritt präsentieren, Choreographin und Tanzlehrerin Tanja Lühmann orientierte sich dafür an dem berühmten Pariser Varieté Moulin Rouge. Und die Idee kam gut an: "Die Leute waren begeistert, wollten zwei Zugaben", schwärmt Rosi Mönkemann noch heute. Jedes Jahr ließen sich die Tigergirls seither etwas Neues einfallen, tanzten in Bananenröcken Charleston, kreierten einen Hut- oder einen Regentanz. Die Kostüme nähen die 23- bis 60-jährigen Frauen selbst. Immer dabei ist auch Tigerente Emma, die sich allerdings weniger koordiniert anstellt als ihre Begleiterinnen: "Beim Hinterherziehen fährt sie einem immer in die Hacken", erzählt Rosi Mönkemann und lacht.
Mittlerweile freuen sich jährlich bis zu 150 Besucher auf die Überraschungen der Tigergirls: "Viele kommen nur wegen uns", sagt Bärbel Klose voller Stolz. Und auch einer ihrer Fans, Johann Leupold, ist voll des Lobes für die Truppe: "Sie sind eine echte Bereicherung für das Dorfleben."
Der Text wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von der Landeszeitung für die Lüneburger Heide 2009